Artist Statement
Meine Arbeiten formieren sich auf dem zweidimensionalen Bildträger, lösen sich zugleich von diesem in den Raum, erweitern sich in den physischen Naturraum und gleichermaßen durch konkrete Handlungen in den alltäglichen und sozialen Raum. Das Material und die Idee bestimmen das Medium meiner künstlerischen Arbeit.
Über Alltagsphänomene, Naturgeschehen und Malmaterial untersuche ich, wie sich flüchtige Momente, körperliche Gesten oder natürliche Prozesse in materielle Formen übersetzen lassen. Vorgänge, die häufig unbemerkt oder beiläufig geschehen, werden in meiner Arbeit sichtbar. Ausgehend von der Eigenlogik und Veränderlichkeit von Materialität entstehen Prozesse, in denen sich das Material als Akteur zeigt. Ich begreife meine Bildsprache im Sinne eines holistischen Weltverständnisses, sodass Natur und Alltagsphänomene als aktive Akteure sich selbst zum Ausdruck bringen. Materialität und physisches Erleben bilden die Grundlage menschlicher Erfahrung, gerade in Bezug zu einer digital geprägten Welt.
In den verschiedenen Werkserien untersuche ich Aspekte wie etwa die Wechselwirkungen von Kontrolle und Kontrollabgabe, Verdichtung und Auflösung, Beständigkeit und Zeitlichkeit, wodurch das Ephemere, Fragile und Vieldeutige, aber auch individuelle und gemeinschaftliche Erfahrungen Bestandteil sein können.
Meine Arbeiten verdeutlichen immer auch die Ambiguität von Bildsprachen. Visualisierte Wetterphänomene verweisen zum einen auf die ihnen inhärente Schönheit und zugleich, im Hinblick auf das Anthropozän, auf ihr zerstörerisches Potenzial. So wird zum Beispiel in der Werkserie Spiel mit dem Feuer das Sonnenlicht über Glaslinsen zu einem Brennpunkt gebündelt, sodass sich über die Erdrotation und die vergehende Zeit hinweg Brandlinien in ein darunterliegendes Brett einschreiben.
Liegt meiner künstlerischen Arbeit in erster Instanz ein subjektiver Ausgangspunkt inne, so verweist sie darüber hinaus auf kollektive menschliche Praktiken und ephemere Prozesse, die uns alle täglich begegnen und beeinflussen.