Chain Reaction
2022

Chain Reaction (black, black, black), 2022, Ventilator, Holz, Hammer, Messer, Sprühdosen,
270 x 180 x 240 cm, Ausstellungsansicht, PEAC Museum, Freiburg i. Br.






Der Ausstellungsraum ist Experimentierfeld. An drei senkrecht stehenden Holzbalken sind jeweils ein Hammer und zwei Messer befestigt. Ich schalte drei hinter den Holz-konstruktionen stehende Ventilatoren gleichzeitig an. Durch die Luftströmung fallen die Balken auf jeweils zwei Sprühdosen. Die Messer schneiden sich in die unter Druck stehenden Körper der Dosen. Die Lackfarbe entweicht und spritzt unkontrolliert an die Wand.

Zurück bleibt das Bild als materielle Spur eines vergangenen Ereignisses, das durch das Zusammenwirken physikalischer Prozesse entstanden ist. Der Aufbau folgt einer geplanten Konstruktion, der Malereiakt entzieht sich jedoch der Steuerung. Das Bild entsteht aus einer Verkettung geplanter und unvorhersehbarer Geschehnisse, dessen exakter Verlauf nicht wiederholbar ist. Die Autorschaft verteilt sich auf Schwerkraft, Mensch, Luftströmung, Konstruktion, Lackfarbe und Zufall. Malerei vollzieht sich in einem komplexen Akteur- und Handlungsnetzwerk innerhalb eines kurzen Moments. In diesem Zusammenspiel erweist sich Kontingenz nicht als Ausnahme, sondern als notwendige Bedingung: Malerei ereignet sich als offener Prozess und hätte unter denselben Voraussetzungen auch anders verlaufen können. 

Chain Reaction (black, black, black), 2022, Ventilator, Holz, Hammer, Messer, Sprühdosen,
270 x 180 x 240 cm, Ausstellungsansicht, PEAC Museum, Freiburg i. Br.