Nailrubbing Nr. 1

2025

Nailrubbing Nr. 1, 2025, Nagellack, Bleistift, Papier, Inkjet-Print, jeweils 14,8 x 21 cm, Ausstellungsansicht Kunstverein Dresden 

Nailrubbing Nr. 1, 2025, Nagellack, Papier, 14,8 x 21,0 cm, Detail


Die Nägel an meinen Händen sind mein Zeichenwerkzeug. Durch das Abreiben meiner lackierten Fingernägel auf Papier entstehen zeichnerische Spuren, die die Unmittelbarkeit einer körperlichen Geste aufzeigen. 

Nailrubbing Nr. 1, 2025, Bleistift, Papier, 14,8 x 21,0 cm, Detail

Nailrubbing Nr. 2

2026

Nailrubbing Nr. 2, 2026, Nagellack, Papier, 21,0 x 29,7 cm

Nailrubbing Nr. 2, 2026, Nagellack, Papier, 21,0 x 29,7 cm

Durch eine Handlungsanweisung lasse ich unterschiedliche Menschen mit lackierten Fingernägeln einen Farbabrieb ihres Nagellacks auf Papier vollziehen. Die Nägel sind dabei das Zeichenwerkzeug. Der Lack und die Unmittelbarkeit einer körperlichen Geste übertragen sich auf den Bildträger. Es entsteht eine Sammlung individueller Zeichenstile, die auf den Nagellack als gängiges Modeaccessoire, der die Hände verziert, verweist. Zugleich ist der Lack identitätsstiftend und damit Zeichen des Selbstausdrucks. Er bildet zunächst eine zweite Schicht, die dem eigentlichen Nagelbett mehr Stabilität verleiht. Während des Zeichnens reibt jeder diese ab. 

Obwohl bereits schon circa 5.500 v. Chr. in Asien die Fingernägel mit Pflanzenfarbe bemalt wurden, setzte sich das Tragen von Nagellack erst um die 1920er Jahre in Europa, mit der Entwicklung des Autolacks, durch. Vermarktet wurde Nagellack vorrangig an Frauen. An den Mann kamen lackierte Nägel erst durch die Punkrockbewegung in den 70er Jahren und sind auch heute noch ein Zeichen für den Bruch mit traditionellen Rollenbildern.

Nailrubbing Nr. 2, 2026, Nagellack, Papier, 21,0 x 29,7 cm