Spiel mit dem Feuer
2022
Spiel mit dem Feuer, 2022, Holz, Glaslinsen, 70 x 50 x 60 cm, Arbeitsprozessansicht
Spiel mit dem Feuer, 2022, Holz, Glas, 70 x 50 x 60 cm, Ausstellungsansicht, Caspar-David-Friedrich-Zentrum, Greifswald
Foto: Eckart Pscheidl-Jeschke
Spiel mit dem Feuer #4 10:20-12:55 Uhr, 2022, Holz, Glas,
80 x 60 cm
Spiel mit dem Feuer #5 15:00-16:58 Uhr, 2022, Holz, Glas,
80 x 60 cm
Spiel mit dem Feuer #9 16:00-17:00 Uhr, 2022, Holz, Glas,
80 x 60 cm
In einer Holzkonstruktion sind 15 Glaslinsen eingefasst. Das Sonnenlicht wird in den Linsen jeweils zu einem Brennpunkt gebündelt — ähnlich wie das kindliche Spiel, mit Lupe und Sonnenstrahlen Feuer zu entfachen. Es entstehen in einem darunterliegenden Holzbrett kleine Brandstellen. Durch die kontinuierliche Erdrotation erwachsen lange Brandlinien. Der Prozess endet, wenn die Sonne aus dem benötigten Winkel zur Glaslinse hinausgewandert ist oder aber, wenn der Brennpunkt durch Wolken unterbrochen wird.
Die Zeichnungen entstehen durch irreversiblen Materialverlust, das Holz wird verkohlt und abgetragen. Das Bild brennt sich buchstäblich ein. Jedes Brett verweist auf die spezifischen Licht- und Witterungsbedingungen eines einzelnen Tages an einem konkreten Ort und ist damit Zeugnis eines einmaligen zeitlichen Ereignisses. Die Sonnenstrahlung erzeugt Zeichnungen, die im Hinblick auf das Anthropozän auf die Ambivalenz natürlicher Kräfte verweisen: kraftvolle Linien verdeutlichen gleichzeitig das zerstörerische Potenzial.